Eine Expertin erklärt: Warum betroffene Kinder möglichst früh über die Samenspende erfahren sollten

Eine Expertin erklärt: Warum betroffene Kinder möglichst früh über die Samenspende erfahren sollten

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Foto mit freundlicher Genehmigung von chrisroll bei FreeDigitalPhotos.net

Bei der Kinderwunsch-Messe, die vor einigen Wochen in Berlin stattgefunden hat, war auch das DI-Netz mit einem eigenen Stand sowie mit Vorträgen und Workshops vertreten.

Obwohl ich meistens über die Fruchtbarkeit der Frauen schreibe, wusste ich, dass dieser Verein für seine Aufklärungsarbeiten auf dem Gebiet der Samenspende sehr bekannt ist. Also nutzte ich die Gelegenheit, mich mit DI-Netz Mitarbeitern zu unterhalten und einige der Fragen anzusprechen, die für Sie, liebe Leserinnen, von Bedeutung sein könnten.

DW: Was macht der Verein DI-Netz auf der Kinderwunsch-Messe?

DI-Netz: Unser Verein DI-Netz ist für Familien gedacht, die mittels Samenspende entstanden sind.

Unfruchtbarkeit kommt bei Männern vor und auch Frauen sind davon betroffen, ganz unabhängig von ihrem Alter. Was viele nicht wissen ist, dass es heute in Deutschland über 110.000 Menschen gibt, die dank einer Samenspende entstanden sind, und jedes Jahr kommen weitere 1.200 Kinder dazu.

Im DI-Netzwerk finden viele Gruppen einen Austausch: Familien von verheirateten und unverheirateten Paaren, sowie Familien von lesbischen und Single-Müttern. Eine Beratung bieten wir außerdem noch für Paare und Personen an, die den Weg der Samenspende noch vor sich haben oder darüber nachdenken.

DW: Wie darf ich mir Ihre Arbeit vorstellen? Arbeitet DI-Netz auch mit Kinderwunsch-Kliniken zusammen?

DI-Netz: Nein. Wir arbeiten direkt mit Familien bzw. Paaren, die eine Samenspende in Anspruch nehmen wollen und beraten sie; wir helfen, dass die betroffenen Paare sich treffen und austauschen. Alle, die in unserem Verein mitarbeiten, tun dies ehrenamtlich.

DW: Wann sollten die Kinder, die aus einer Samenspende entstanden sind, Ihrer Erfahrung nach darüber aufgeklärt werden?

DI-Netz: „Psychologen raten dazu, schon von Anfang an mit seinem Kind darüber zu sprechen. Schon einem Baby kann die Mutter davon erzählen wie es entstanden ist; natürlich geht es erst einmal darum, mit sich selbst zu üben und einen Umgang mit diesem Thema zu entwickeln.

Bis zum Alter von zehn Jahren sollten Eltern ihre Kinder jedoch unbedingt über die besondere Art ihrer Entstehung aufklären. Sollte dieser Zeitrahmen verpasst werden, führt es dazu, dass die Kinder sich belogen fühlen. Die Kinder verstehen schon vor der Pubertät eine ganze Menge. Schon in der Schule haben sie gelernt wie Menschen entstehen, bekommen oft Sätze zu hören: “Du hast Papas Nase”, “Du bist deinem Papa sehr ähnlich”, all diese Situationen kann man nützen, um das Gespräch einzuleiten.“

DW: Oft fahren lesbische oder alleinstehende Frauen wegen der Samenspende ins Ausland; wie finden Sie diesen Trend?

DI-Netz: Heterosexuelle verheiratete Paare, die eine Samenspende entgegennehmen möchten, brauchen nicht ins Ausland zu gehen. Mit Single-Frauen (sowie Frauenpaaren) ist das anders, weil diese nicht in allen deutschen Kliniken  in ihrem Kinderwunsch unterstützt werden. Deshalb fahren sie in andere Länder – wie Dänemark, Holland, England, Spanien usw. Einige heterosexuelle Paare fahren aber auch in Länder wie Tschechien, wo der Prozess kostenmäßig günstiger erscheint, jedoch der Spender auch gegenüber dem zukünftigen Kind anonym bleibt.

DW: Was würden Sie Frauen empfehlen, die sich für eine Samenspende entscheiden: eine offene oder eine anonyme?

DI-Netz: „DI-Netz e.V. rät in jedem Fall zu einer offenen Spende, damit das zukünftige Kind bei Interesse den Spender kennenlernen und damit mehr über seine Wurzeln erfahren kann. In Deutschland wird das bereits bestehende Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft nun durch das Samenspenderregistergesetz umgesetzt, in vielen anderen Ländern gibt es das nicht. Daher raten wir insbesondere Paaren bzw. Frauen, die eine Behandlung im Ausland beabsichtigen oder auch Spendersamen aus dem Ausland beziehen wollen dringend dazu, sich über die möglichen Bedürfnisse des zukünftigen Kindes psychologisch beraten zu lassen und sich für die Entgegennahme einer offenen Spende zu entscheiden.“

Danke für das Gespräch!

Wenn Sie einen unerfüllten Kinderwunsch haben und weitere Informationen über die Behandlung mit Fremdsamen brauchen, wo finden Sie diese?

Wo können Sie eine zuverlässige Liste von Samenbanken bzw. von Ärzten finden, die Ihnen weiter helfen würden?

Hier, bei dieser Adresse: http://www.donogene-insemination.de/

Der Arbeitskreis Donogene Insemination ist eine Vereinigung von Ärzten, die Behandlungen mit Fremdsperma durchführen und/oder Samenbanken betreiben, Psychologen, Juristen und anderen Personen, die auf ihrem Fachgebiet spezielle Interessen, Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Behandlung mit Fremdsamen haben.

Das Ziel des Vereins ist zum einen die Förderung und Wahrnehmung der medizinischen, juristischen und wissenschaftspolitischen Interessen der Ärzte und Wissenschaftler, die Behandlungen mit Fremdsamen durchführen, zum anderen die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz dieser Behandlungsmethode in Deutschland.

Für Sie, liebe Leserinnen, habe ich zwei weitere Gespräche zum Thema Samenspende mit Mitarbeiterinnen zweier Berliner Samenbanken geführt; der Artikel wird nächste Woche veröffentlicht.

 


Neues von unserem Sponsor PharmaNord: Ein Produkt, das männliche Fruchtbarkeit unterstüzt:

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Wussten Sie, dass pro Ejakulation 5 mg Zink verbraucht werden? Zink hilft außerdem dabei, dass die Spermien beweglicher werden und so schnell zur Eizelle gelangen können (SelenoPrecise mit Zink enthalten 15 mg Zink pro Dragee).

Außerdem enthalten sie auch noch 100 µg Selen – ein lebenswichtiges Spurenelement, das in vielen Selenproteinen und selenabhängigen Enzymen vorkommt und für die Aufrechterhaltung einer normalen Immunabwehr, der Schilddrüsenfunktion, der Bildung von Samenzellen, und des Zellschutzes mitverantwortlich ist. Bestellen können Sie hier.

SelenoPrecise mit Zink enthält viele unterschiedliche Selenquellen (67% Selen-Methionin und 33% andere Selenformen), denn es hat sich gezeigt, dass diese sehr unterschiedliche Funktionen im Organismus wahrnehmen. Indem man ein breites Spektrum an Selenformen einnimmt, kann man die im Allgemeinen in der Ernährung vorkommende natürliche Selenbandbreite nachbilden. Dies ist äußerst gesundheitsfördernd.

Mehr als 40 wissenschaftliche Artikel belegen die Qualität, den stabilen Selengehalt von 81 % sowie die hohe Bioverfügbarkeit und Sicherheit von SelenoPrecise mit Zink. Dies macht das Präparat zu einer besonders gut dokumentierten Selenquelle und ist Grund dafür, dass es als Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen und Forschungsprojekte auf der ganzen Welt angewendet wird.

Noch interessant: Wo kommt Selen in der Nahrung vor?
Selen kommt in der Nahrung zum Beispiel in Fisch, Nüssen und Getreide vor. Für Personen, die diese Nahrungsmittel nicht regelmäßig einnehmen, kann es vorteilhaft sein, zusätzlich Selen zur Bedarfsdeckung einzunehmen.


 

 

By | 2018-10-26T17:20:13+00:00 April 21st, 2017|Tags: , , |

About the Author:

Darja Wagner ist Zellbiologin und Kinderwunschberaterin. Sie forschte am Max-Planck-Institut und an der Freien Universität Berlin. Autorin vom top-bewerteten #1eBook "Schwanger werden nach 35 plus". Darja hilft Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, die Qualität ihrer Eizellen zu verbessern und ihren Körper optimal auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Sie lebt in Berlin-Kreuzberg mit ihrem Mann und zwei Söhnen.

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