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Danke an den Maler Neco Beth

Ernährung und Fruchtbarkeit: Wie sich die Menschen der Steinzeit ernährten

Die Funde der Anthropologen belegen, dass der Mensch in seiner heutigen Form seit etwa zwei Millionen Jahre auf der Erde lebt.

Obwohl eine detaillierte Rekonstruktion des Lebens und der Fruchtbarkeit vorgeschichtlicher Menschen nicht möglich ist, können wir mit ziemlicher Gewissheit davon ausgehen, dass es doch sehr dem Leben der wenigen Stämme von Jägern und Sammlern glich, die heute noch auf der Erde leben.

Wir sprechen also von Völkern wie den Hadza, den Aka und den Efe. Unsere fernen Vorfahren waren auf jeden Fall zähe und abgehärtete Kämpfer. Sie konnten in der Savanne, in der Steppe und im Urwald überleben, im heißen, subsaharischen Afrika ebenso wie im kalten europäischen Norden.

Was ihre Ernährung betrifft, so aßen sie alles, was sie ausgraben, pflücken oder jagen konnten. Das heißt, sie nahmen ziemlich unregelmäßige und unausgeglichene Mahlzeiten mit großen Schwankungen in den Mengen von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten zu sich. Wenn man diese Fakten in die Sprache der Biologie übersetzt, so heißt das, dass der Mensch von seiner Natur aus ein Allesesser ist.

Er ist physiologisch an eine vielfältige Ernährung ohne zu viel Zucker angepasst und kann sogar unregelmäßige Mahlzeiten und Hunger verkraften. Vor allem aber erhält seine Nahrung keine chemische Zusätze. In diesem Lebens- und Ernährungsrhythmus sind mehr als 99 Prozent unserer Evolutionszeit vergangen.

Ernährung und Fruchtbarkeit: seit ewigen Zeiten verbunden

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Ist Getreide gesund und gut für uns? Foto mit freundlicher Genehmigung von marcus bei FreeDigitalPhotos.net

Vor nur etwa zehntausend Jahren haben einige Jäger- und Sammlerstämme die systematische Aufzucht von Pflanzen und Tierzucht erlernt. Der Nutzen lag auf der Hand: Zum ersten Mal in seiner Geschichte musste der Mensch keine großen Entfernungen mehr meistern, um Nahrung zu finden und seine Kinder konnte er mit der Milch von Haustieren füttern.

Das hatte zur Folge, dass Mütter die Stillzeit ihrer Kinder auf einige Monate anstelle von 3 bis 5 Jahre reduzieren konnten (Es gibt ein großartiges Buch der Evolutionsbiologin Dr.Sarah Hrdy, in dem du zu diesem Thema weitere Informationen findest). Dank neuer Nahrungsquellen hatten Kleinkinder größere Überlebenschancen und der zeitliche Abstand zwischen Generationen wurde kürzer. Ernährung und Fruchtbarkeit kamen sich noch näher.

Die damit verbundene Sesshaftigkeit vergrößerte die Familien. Deren Mitglieder konnten nun auf dem Feld arbeiten und dazu beitragen, dass Nahrungsreserven geschaffen wurden, die einen Reichtum an Kalorien ermöglichten. Diese neugewonnene Sicherheit schützte den Menschen vor vielen Gefahren, vor Angriffen von wilden Tieren und vor den zahlreichen Wechselzuständen der unberechenbaren Natur. Der neue Nahrungsmittelüberfluss und eine ganze Spirale zusätzlicher Faktoren (und alle daraus resultierenden Auswirkungen) bewirkte einen allgemeinen Vitalitätszuwachs sowie eine schnellere Wachstumsrate des Menschen.

Andererseits ging der Ernährungsstil unserer Vorfahren damit in eine neue Dimension: Der größte Kalorienanteil in der Ernährung der einstigen Jäger und Sammler kam nun aus Pflanzen, die bis dahin nur einen geringen Anteil an ihrer Ernährung hatten – aus Getreide.

Ernährung und Fruchtbarkeit: Überfluß an Getreide

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Die meisten Kohlenhydrate sollten von Obst und Gemüse kommen. Foto mit freundlicher Genehmigung von adamr bei FreeDigitalPhotos.net

Im Grunde ist es einfach zu erklären, warum Getreide für Menschen eigentlich nicht ideal ist.

Das Korn ist ein Samen (zukünftige Baby-Pflanze!), der sich seit Millionen Evolutionsjahren vervollkommnet hat, um ein pulsierendes, neues Leben, das er in sich birgt, zu transportieren, zu schützen, zu ernähren und zu verteidigen.

Das Getreidekorn ist voller Kohlenhydrate, damit dieser Samen in einer anderen Umwelt überlebt und zu einer neuen Pflanze wächst. Diese Kohlenhydrate essen wir sehr gerne, obwohl es eigentlich nur Einfachzucker ist, der dazu dient, eine junge Sprosse zu füttern, bis sie eigene Wurzeln und Ernährungssysteme entwickelt hat.

Andererseits ist Korn voller Proteine, wie Gluten, Leptin und vielen anderen, die den Korninhalt klebrig und schwer verdaulich machen – hier ein gutes Buch zu dem Thema, und bei vielen Menschen Allergien verursachen.

Was also am Anfang gut für uns war, weil es die Fortpflanzungsrate der Menschen erhöhte (schneller Zugriff auf kalorienreiche Kohlenhydrate), hat heute den gegenteiligen Effekt auf unsere Gesundheit (in manchen Ländern kommt weit über 70 Prozent der Ernährung aus Getreideprodukten, schon seit Generationen).

Eine weitere Neuheit, auf die sich der Mensch auf seiner Suche nach Sicherheit und Wohlstand eingelassen hat, war die Tierzucht. Diese Kooperation zwischen Mensch und Tier hatte am Anfang einen fairen Charakter: Der Mensch nahm dem Tier seine Freiheit, Milch, Eier und letztendlich das Leben; dafür bekam das Tier die menschliche Obhut und Sicherheit, einschließlich Nahrung, Wasser und Pflege, sowie die Möglichkeit, sich ungestört und sicher zu vermehren. Das konnte die Wildnis ihm nicht garantieren.

gluten und schwanger werdenZumindest am Anfang war der Gewinn auf beiden Seiten also groß.

Als ob all diese „Neuheiten“ nicht intensiv und schnell genug für unseren Körper gewesen wären, kam es in den letzten hundert Jahren zu einem Phänomen, das mit keinem anderen verglichen werden kann: Die industrielle Nahrungsproduktion. Einst waren wir Jäger und Sammler und hatten einen direkten Kontakt zu allem, was wir aßen. Dann wurden wir zu Bauern mit ein wenig anderen Kalorienproportionen, und jetzt sind wir moderne Menschen und wissen weder wie und wo die Nahrung entsteht, die unser Leben ermöglicht, noch woraus sie entsteht.

Und so wie der Mensch den direkten Umgang mit seiner Nahrung verloren hat, so hat auch diese ihr eigenes biologisches und evolutionäres Kontinuum verloren.

Obst und Gemüse kommen meistens aus glänzenden, kilometerlangen Gewächshäusern, in denen Licht- und Feuchtigkeitszufuhr sowie der Nährboden kontrolliert werden. Hunderte Arten, von denen sich der Mensch einst ernährte, sind jetzt auf einige, zumeist genetisch manipulierte Sorten reduziert.

essen fruchtbarkeit steigernTiere, die sich einst frei bewegen, ernähren und vermehren konnten, leben heute eingesperrt in für Menschen unzugänglichen Orten, wo sie ihr kurzes Leben fristen. Es sind unnatürliche, überfüllte, brutale und bizarre Orte, die eine perverse Abkehr von der Natur widerspiegeln. Das Fleisch dieser Tiere schmeckt so, wie es einzig und allein als Produkt eines qualvollen, unnatürlichen, oft auch kranken Lebens voller Medikamente und Hormone schmecken kann. Es ist nur ein schwaches Abbild dessen, was der Mensch als Konsument in einem Geschäft kaufen möchte.

Die Nahrungsmittelbeschaffung im Supermarkt ist heute so geläufig. Es scheint unglaublich, dass der erste europäische Supermarkt erst Mitte des letzten Jahrhunderts in England eröffnet wurde. Der Mensch hat sich von seiner Ernährung getrennt, schnell und ohne einen Blick zurück zu werfen.

Parallel zu diesen Vorgängen haben viele Zivilisationskrankheiten ihren Weg ins Leben des modernen Menschen gefunden. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Erkrankungen der Atemwege und Nahrungsmittelallergien sind alles Krankheiten, die heute als akzeptable Zustände gelten.

Kaum noch jemand empfindet sie mehr als selten oder unnatürlich, sondern als etwas, womit man ab einem gewissen Alter, oder auch viel früher, eben rechnen muss. Sollte es uns also überraschen, dass wir heute eine Explosion von Störungen wie Endometriosis, PCOS oder unerklärbare Sterilität erleben.

 

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Herzlichst,

Darja

 

Gute Bücher zum Thema Ernährung:

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Mediterran genießen: Verwöhnrezepte rund ums Mittelmeer          Sehr gut mediterran kochen

 

 

Referenzen:

Blaffer Hrdy S. Mothers and Others: The Evolutionary Origins of Mutual Understanding. Harvard University Press 2011.

Eaton SB, Konner M, Shostak M. Stone agers in the fast lane: chronic degenerative diseases in evolutionary perspective. Am J Med. 1988 Apr;84(4):739-49.

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Ströhle A, Hahn A, Sebastian A. Latitude, local ecology, and hunter-gatherer dietary acid load: implications from evolutionary ecology. Am J Clin Nutr. 2010 Oct;92(4):940-5.

Ströhle A, Hahn A. Diets of modern hunter-gatherers vary substantially in their carbohydrate content depending on ecoenvironments: results from an ethnographic analysis. Nutr Res. 2011 Jun;31(6):429-35.

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