Hilfe, FSH zu hoch! Kann man den FSH-Wert verbessern?

Kann man einen hohen FSH-Wert senken?

 

fsh wert erhöhen

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Eine Frage, die ich oft gestellt bekomme ist, ob man einen hohen FSH-Wert senken kann und wenn ja, wie? Bevor ich darauf näher eingehe, möchte ich zuerst eine kurze Zusammenfassung geben, was das Follikelstimulierende Hormon überhaupt ist:

FSH wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet und ist bei der Frau für die Eizellreifung verantwortlich (und beim Mann regt es unter Mitwirkung vom luteinisierenden Hormon LH die Bildung der Spermien an).

Bei Frauen wird FSH vorrangig am Zyklusanfang ausgeschüttet. Dadurch wachsen zahlreiche Eibläschen heran, die Östrogen produzieren.

Sobald eine bestimmte Konzentration an Östrogen im Blut erreicht wird, bildet die Hirnanhangsdrüse wieder weniger FSH. Auf diese Weise bekommt dann nur noch ein Follikel ausreichend FSH und kann sich weiter entwickeln, während die anderen Eizellen abgebaut werden.

Ist der FSH-Wert verringert, weist dies auf eine Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse hin. Das ist aber selten. Was aber dagegen bei Frauen über 35 oft vorkommt, ist ein hoher FSH-Wert. Das ist nicht lustig, da FSH für die Eizellreifung verantwortlich ist.

Jetzt bitte aufpassen, denn gleich kommt eine unbequeme Wahrheit:

Aller Wahrscheinlichkeit nach lässt sich ein hoher FSH-Wert gar nicht therapieren.

Nicht mit Medikamenten und mit natürlichen und homöopathischen Mittelchen schon gar nicht.

Warum?

Weil ein erhöhter FSH-Wert ein ganz normaler Teil des Älterwerdens ist. Dafür gibt es keine Therapie und es wird so schnell auch keine geben. Es gibt an einem hohen FSH-Wert nichts Pathologisches und die Tatsache, dass Sie gelegentlich in einer Kinderwunsch-Praxis sitzen, bedeutet noch lange nicht, dass Sie krank sind. Ein hohes FSH bedeutet lediglich, dass Ihre biologische Uhr ihre letzten Minuten schlägt, und dass Sie sich beeilen sollten, Ihre restlichen Eizellen noch zu nutzen.

Also, was tun bei einem hohen FSH-Wert?

Ein hoher FSH-Wert weist darauf hin, dass immer weniger gute Eizellen produziert werden, also bereits eine Reduzierung der Eizellreserve stattfindet. Im Allgemeinen ist bei Frauen ab 40 natürlicherweise dieser Wert physiologisch erhöht. In den Jahren vor der Menopause schwankt der FSH-Wert, bis er sich schließlich auf einem höheren Niveau stabilisiert hat (FSH >25 IE/L).

Leider ist es nicht möglich, die Alterung zu stoppen. Dennoch gibt es ein paar Sachen, die bei einem hohen FSH vielleicht ein wenig helfen könnten.

 

1. Gute Fettsäuren

Fettsäuren sind wichtig für die Herstellung von Hormonen im Körper. Es gibt Hinweise, dass essentielle Fettsäuren oder ihre Stoffwechselprodukte, die Prostaglandine, die Rezeptoraktivität von Progesteron und Östradiol modulieren.

Zu den entscheidenden Fettsäuren zählen Omega-3, Omega-6 und Omega-9, wobei es empfehlenswert ist, quantitativ mehr Omega-3 zu sich zu nehmen, da Omega-6 ohnehin in den meisten industriell hergestellten Ölen enthalten ist, wie z.B. Mais-, Raps- und Sojaöl, und mit sehr vielen verarbeiteten Lebensmitteln aufgenommen wird.

Eine gute Quelle für Omega-3 sind Fischöl, Leinöl und ölhaltige Fische wie Lachs, Hering, Makrele und Sardine.

Lebensmittel, die Omega-9 enthalten sind Sonnenblumenöl, Avocados, Nüsse und Körner.

2. Grünes Gemüse

Grünes Gemüse und Meeresalgen versorgen Ihren Körper mit den notwendigen Vitaminen und Mineralstoffen, die für ein gesundes Hormonsystem erforderlich sind. Dazu zählen:

Grünkohl, Weißkohl, Brokkoli und Spinat. Zu den Meeresalgen gehören Seetang, Wakame, Nori usw. Sie können auch auf Spirulina zurückgreifen, falls Ihnen der Geschmack von Algen nicht so zusagt. Es ist sehr zu empfehlen, mehrmals am Tag diese Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, sei es in Form von Smoothies, Salaten oder gedünstetem Gemüse.

3. Maca

Maca, eine Gemüse ähnliche Wurzel, stammt aus den Anden und ist dort seit Jahrtausenden als Fruchtbarkeits- und Stärkungsmittel bekannt. Es gleicht den Hormonspiegel aus und hat somit eine positive Auswirkung auf die Freisetzung von Hormonen. 2000 – 3000 mg ist die empfohlene Tagesdosis.

4. Ginseng

Ginseng wird in der traditionellen Medizin Ostastiens bereits seit über 2.000 Jahren angewendet. Er umfasst ein weites Anwendungsgebiet, u.a. die Unterstützung von Herz-Kreislauf, Magen-Darm etc. und unterstützt die Hirnanhangsdrüse und den Hypothalamus, die beide für die Regulierung von FSH essentiell sind. Es ist wichtig, auf die Qualität zu achten, da es mehrere Arten gibt, aber nur einen „echten“, der besonders wirkungsvoll ist. Es ist der Panaxginseng C. A. Meyer („echter koreanischer“ Ginseng). Sie können ihn in Form von Kapseln zu sich nehmen. Empfohlen werden zweimal täglich zwei Kapseln à 500 mg.

5. Mönchspfeffer (Vitex, Agnus castus)

Mönchspfeffer reguliert den weiblichen Hormonhaushalt und die Herstellung von FSH und LH (luteinisierendes Hormon). Er wird in zahlreichen verschreibungspflichtigen Medikamenten verwendet, die den Zyklus regulieren sollen.

Mönchspfeffer unterstützt auch den Gelbkörper bei der Hormonproduktion in der 2. Hälfte des Zyklus und hilft bei Menstruationsbeschwerden. Mönchspfeffer (in der Apotheke: Vitex oder Agnus castus) gibt es in Form von Kapseln, die Einnahme kann sich einige Wochen bis zwei bis drei Monate hinziehen, bis erste Veränderungen auftreten.

6. Ein optimaler BMI, Bewegung und Entspannung

Ein gesundes Gewicht ist natürlich sehr förderlich, denn sowohl Unter- als auch Übergewicht können Störfaktoren sein. Ferner sind Bewegung und Entspannung von großer Bedeutung. Um Stress zu verringern, können Sie sich entweder sportlich betätigen oder auch eine für Sie passende Entspannungsmethode auswählen wie z.B. Yoga, Qigong, Meditation, autogenes Training. Auch ein ausgedehntes warmes/heißes Bad mit ätherischen Ölen wie z.B. Lavendel, Melisse oder Ylang-Ylang kann Wunder bewirken. Und außer Frage ist ausreichender Schlaf ein weiteres wichtiges Element, um Stress zu reduzieren. Dabei kann ein geregelter Schlafrhythmus sehr hilfreich sein.

7. Reflexzonenmassage?

Der Fuß wird in verschiedene Reflexzonen eingeteilt, die unterschiedlichen Teilen Ihres Körpers zugeordnet sind. Die Fußreflexzonenmassage soll sich durch die Verbindung der einzelnen Areale mit den jeweiligen Organen und Muskeln positiv auf deren Arbeit und Allgemeinzustand auswirken und etwaige Beschwerden innerhalb der betroffenen Körperteile lindern oder beheben.

Laut Reflexzonenmassage ist der große Zeh mit der Hirnanhangdrüse verbunden. Um diese zu stimulieren können Sie täglich den Ballen des großen Zehs massieren.

 

Sie haben einen Kinderwunsch? Ich kenne mich mit Vitaminen, Hormonen und Eizellen gut aus und kann Ihnen helfen, Ihre Ernährung und Vitaminpräparate so anzupassen, dass es zu Ihrem persönlichen Hormonbild optimal passt! Verlieren Sie nicht zu viel Zeit, indem Sie alles Mögliche ausprobieren; bereiten Sie Ihren Körper optimal, individuell und in kürzester Zeit auf die Schwangerschaft vor. Das sagen meine Klientinnen nach der Beratung.

 

 

By | 2018-10-09T16:51:14+00:00 Februar 22nd, 2016|Tags: , , |

About the Author:

Darja Wagner ist Zellbiologin und Kinderwunschberaterin. Sie forschte am Max-Planck-Institut und an der Freien Universität Berlin. Autorin vom top-bewerteten #1eBook "Schwanger werden nach 35 plus". Darja hilft Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, die Qualität ihrer Eizellen zu verbessern und ihren Körper optimal auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Sie lebt in Berlin-Kreuzberg mit ihrem Mann und zwei Söhnen.

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