Wunschkindwunsch: Spät Mutter werden

Vor wenigen Wochen hat HIMBEER folgendes Interview mit veröffentlicht.

Darja Wagner ist Zellbiologin und Kinderwunschberaterin. Sie forschte am Max-Planck-Institut und an der Freien Universität Berlin. Autorin vom top-bewerteten #1eBook in der Kategorie Reproduktionsmedizin Schwanger werden nach 35 plus. Darja hilft Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, die Qualität ihrer Eizellen zu verbessern und ihren Körper optimal auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Sie lebt in Berlin-Kreuzberg mit ihrem Mann und zwei Söhnen.

 

kinderwunschberatungWarum verschlechtern sich die Chancen auf eine Schwangerschaft mit zunehmendem Alter?

Das Alter der Frau ist mit Abstand der wichtigste Faktor, warum die Fruchtbarkeit ab einem gewissen Zeitpunkt sinkt und damit auch die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Mit steigendem Alter sinkt exponentiell sowohl die Quantität als auch die Qualität der vorhandenen Eizellen.

Aber an der Entstehung eines Kindes sind zwei Menschen beteiligt – und zwar gleichermaßen. Es kommt vor, dass die Samenzellen es nicht schaffen, zu der Eizelle hinauf zu schwimmen und sich mit ihr zu vereinigen. Mindestens vierzig Prozent der Ursachen bei Unfruchtbarkeit liegt am Mann und etwa zwanzig sind auf beide Partner zurückzuführen.

Frauen werden mit all ihren Eizellen schon geboren; also gibt es nichts, was sie tun können, um ihre Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu verbessern?

Bis vor einigen Jahren hielt sich das Dogma fest, eine Frau könne ihre Eizellen gar nicht beeinflussen.

Trotz wissenschaftlichen Fortschritts gibt es immer noch Menschen und sogar Ärzte, die glauben, Eizellen funktionieren wie kleine Küchenuhren – auf 40 Jahre aufgezogen und mit klar definiertem Ablaufdatum. Und nichts davon, was eine Frau mit ihrem Körper macht, kann sie beeinflussen.

Das macht aber keinen Sinn: Die gleichen Therapeuten, die gut verstehen, dass jeder Mensch seinem Herz, seiner Leber, seinem Hirn und fast jedem anderen Organ sehr wohl nachhelfen kann, indem man seinen Lebensstil, Ernährung, Vitamine und Bewegung anpasst, wollten eine lange Zeit nicht akzeptieren, dass Eierstöcke auch unterstützt werden können. Gerade bei den späten Müttern, deren biologische Uhren die letzten Minuten schlagen, können diese Anpassungen entscheidend sein.

Oft ist es schon mit kleinen Veränderungen im Lebensstil möglich, die biologische Uhr um ein paar Minuten zurückzudrehen. Manchmal sogar auch mehr, das ist jedoch wirklich sehr individuell.

Was können Frauen über 35 konkret tun, um eine gewünschte Schwangerschaft zu begünstigen?

Es ist erstmal wichtig zu wissen, dass es (fast) immer möglich ist, die Eierstöcke zu unterstützen, damit sie im fortgeschrittenen Alter fitter bleiben und gute Eisprünge schaffen.

Die Ernährung sollte sich an der mediterranen Diät orientieren. Und man sollte bedenken, dass „mediterran“ nicht Pizza und Pasta bedeutet, sondern vor allem viel frisches Gemüse und Obst, häufig Fisch, Kohlenhydrate wie Bulgur, Quinoa und Wildreis, sowie viel Olivenöl. Mehrere Studien konnten deutlich zeigen, dass Paare, die sich nur ein halbes Jahr mediterran ernährt haben, mit höherer Wahrscheinlichkeit schwanger werden konnten, ob auf natürlichem Wege oder mit künstlicher Befruchtung. Auf Alkohol sollte bis auf etwas Rotwein am besten verzichtet werden.

Noch ein paar weiteren Maßnahmen sind generell wohltuend: extra Omega-3 und eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, die Eizellen sowie die Gebärmutter der älteren Mütter zu unterstützen; diese müssen aber dem individuellen Hormonbild angepasst werden.

Auch Faktoren, die wir schon länger kennen und die eine erfolgreiche Schwangerschaft begünstigen, dürfen nicht vergessen werden. Z.B. ein guter BMI (Body-Mass-Index). Frauen, deren Gewicht möglichst nahe am Idealgewicht liegt und die sich gesund, fett- und zuckerarm ernähren, haben die besten Chancen, schwanger zu werden und zu bleiben.

Dazu kommen noch einige wenige Vitaminpräparate, das wichtigste darunter wäre die Folsäure.

Warum ist Folsäure wichtig für Frauen vor der Schwangerschaft?

Wenn eine Frau sich nur ein einziges Vitamin in Verbindung mit Kinderwunsch merken kann, sollte es die Folsäure sein.

Ausreichende Versorgung mit Folsäure in den ersten Schwangerschaftswochen trägt dazu bei, einige der schweren neurologischen Erkrankungen bei Babys fast komplett zu verhindern. In diesem Fall spielt ihre genetische Veranlagung kaum eine Rolle.

Es ist also ihre Entscheidung allein, die Folsäure rechtzeitig zu nehmen, was einen riesigen Unterschied für die Zukunft und Gesundheit ihres Kindes machen wird. Es ist sehr interessant, wie viele Frauen bei der ersten Schwangerschaft an die Folsäure denken, aber bei den späteren Kindern nicht mehr.

Wie bewirkt die Folsäure so etwas?

Man könnte hier viel erzählen, aber Tatsache ist, keiner weiß es genau. Die biomedizinische Welt vermutet, dass das Ernährungsmuster einer schwangeren Mutter sowohl leichte „Fingerprints“ an der inneren Wand der Gebärmutter hinterlässt als auch Veränderungen direkt in der DNA ihres Kindes verursacht. Dabei werden einige zusätzliche chemische Markierungen hinzugefügt, „epigenetische Modifikation“ nennt sich so etwas. Diese reversiblen Veränderungen des DNA-Codes werden die Anfälligkeit für viele Krankheiten im späteren Leben des Nachwuchses beeinflussen.

Wenn der Kinderwunsch länger unerfüllt bleibt, werden viele Paare nervös. Wie äußert sich das?

Bei den späten Müttern ist die Ungeduld groß. Ihre Lebensplanung steht schon fest, außerdem sind ihnen die Risiken einer späten Schwangerschaft bekannt. Oder sie wollen unbedingt, dass es mit einem Geschwisterkind noch klappt. Deshalb ist ihre Nervosität sehr leicht nachzuvollziehen.

Wenn es mit der Schwangerschaft nicht wie erwartet klappt, kommt der nächste Spannungsfaktor hinzu: eine psychische Belastung, die aus einer Mischung von Ungewissheit und Kontrollverlust besteht. Und aus Schweigen, denn von unerfülltem Kinderwunsch redet man nicht.


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Etwa jedes siebte Paar in Deutschland ist irgendwann einmal im Laufe des Lebens von Unfruchtbarkeit betroffen. Das sind etwa 2,4 Millionen Menschen. Wir sprechen also von einem großen Problem, das viel Leidensdruck mit sich bringt. Trotzdem bekommen wir ihre persönlichen Geschichten nur selten zu hören. Warum eigentlich?

Erstens ist es für Menschen schmerzhaft sich einzugestehen, dass sie es gemeinsam nicht bewirken können, dass ein neues Leben entsteht. Ist ihre Liebe nicht groß genug? Warum schaffen es andere Paare, Kinder in die Welt zu setzen, sie aber nicht? – Mit dieser und anderen schwierigen Fragen müssen sich diese Paare täglich auseinandersetzen.

Zweitens hat unsere Gesellschaft kein offenes Ohr für Unfruchtbarkeit. Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Rückenschmerzen oder sogar Burn-out und AIDS haben alle eine gewisse gesellschaftliche Akzeptanz erreicht und haben ihre eigenen Zeitschriften, Wohltätigkeitsorganisationen und Betroffene, die sich für ihre Aufmerksamkeit einsetzen. Aber unerfüllter Kinderwunsch? Die Betroffenen verheimlichen das oft im eigenen Freundes- und Familienkreis.

Drittens gibt es bei der Unfruchtbarkeit ein Phänomen, das ich aus der wissenschaftlichen Forschung auch kenne: Es muss nämlich ein Problem möglichst konkret existieren, damit man in der Lage ist, es zu begreifen und es in Kontext mit anderen Dingen zu bringen.

Im Falle des Fehlens eines Kindes, gibt es in gewisser Weise nichts, das man geistig erfassen kann. Da ist einfach ein Vakuum, eine Leere. Und der menschliche Verstand ist nicht gut im Umgang mit etwas, was es quasi nicht gibt.

Wann sollte ein Paar mit unerfülltem Kinderwunsch einen Arzt aufsuchen? Und welchen Arzt?

Wenn nach etwa einem Jahr regelmäßigen „Übens“ es mit dem Schwanger werden noch nicht klappt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Aber das gilt nicht für über 35-jährige Frauen. Bei vielen in dieser Gruppe sinkt die Chance, schwanger zu werden von Monat zu Monat, und es gibt wirklich keinen Grund zu lang zu zögern, bevor man sich in einer Kinderwunschklinik meldet.

Dort wird erstmal eine ganze Reihe von Tests durchgeführt, Zyklusmonitoring nennt sich so etwas. Findet der Eisprung regelmäßig statt? Wie sieht es mit den Hormonen aus? Sind die Eileiter durchlässig, ist die Gebärmutter fit? Auch die Samenqualität wird untersucht – das alles kostet Zeit und dauert weitere Monate, bis alle Informationen zusammenkommen.

Deshalb ist es für Frauen über 35 am besten, nicht zu lange zu warten, bis sie den Sprung vom Gynäkologen in die Kinderwunschpraxis wagen. Auf diese Weise halten sie möglichst viele Optionen offen. Außerdem sollten sie ihren Lebensstil so anpassen, dass er ihre Weiblichkeit und ihre Fruchtbarkeit unterstützt und nicht gegen sie wirkt.

 

2018-08-12T11:39:02+00:00 August 12th, 2018|

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