Mediterrane Küche macht fruchtbar

Mediterrane Küche fördert Fruchtbarkeit

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Mediterrane Küche verbessert die Fruchtbarkeit nachweislich. Foto mit freundlicher Genehmigung von marin bei FreeDigitalPhotos.net

In mehreren Artikel habe ich bereits die mediterrane Küche als gesunde Ernährungsweise erwähnt, daher möchte ich heute gern etwas ausführlicher darauf eingehen.

Was ist das Besondere an der mediterranen Ernährung?

Eigentlich gibt es nicht DIE mediterrane Ernährung, da sich die Essgewohnheiten in den verschiedenen Mittelmeerländern und auch innerhalb einzelner Regionen ziemlich stark unterscheiden. Es gibt nur gewisse Ähnlichkeiten, anhand welcher man erkennen kann, welches Essen in der Zeit des Kinderwunsches bevorzugt werden sollte.

Die Hauptbestandteile der mediterranen Kost sind: Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Getreideprodukte und Kartoffeln; Nüsse, Kerne und Samen bereichern außerdem die Speisen. Das am meisten verwendete Fett ist Olivenöl. Desweiteren werden auch Fisch, Geflügel und Eier gegessen. Zu den Mahlzeiten wird gern ein Glas Rotwein getrunken. Rind-, Lamm- oder Schweinefleisch und Wurstwaren werden eher selten gegessen.

Haben Sie bis jetzt irgendwo Zucker und Nudeln gelesen? Nein? Es war auch kein Zufall.

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Foto mit freundlicher Genehmigung von keko64 bei FreeDigitalPhotos.net

Einen positiven Einfluss  auf die Fruchtbarkeit dürfte auch der Lebensstil im Mittelmeerraum spielen; körperliche Arbeit, entsprechende Ruhepausen, ausgeprägte Kontakte zur Familie und zu Freunden sorgen für eine natürliche und ausgeglichene Lebensweise.

Wobei hier hinzuzufügen ist, dass sich seit den 1960-er Jahren auch im Mittelmeerraum einschneidende Veränderungen durch politische und ökonomische Entwicklungen ergeben haben, die sich zum Teil negativ auf die Gesundheit der Menschen ausgewirkt haben. z.B. tritt jetzt verstärkt Übergewicht auf, das durch geringere körperliche Aktivitäten und viel Zucker und Fett verursacht wird, da die Menschen nicht mehr so viel Zeit haben, selber das Essen zu zubereiten. Doch wird in den ländlichen Gebieten öfter noch die ursprüngliche mediterrane Küche praktiziert als in den Städten.

Warum wird die traditionelle mediterrane Ernährung als so gesund betrachtet?

Die mediterrane Küche ist reich an Kohlenhydraten und Ballaststoffen, Vitaminen wie Vitamin E, C, Beta-Carotin und Folsäure, sowie Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium und Jod. Zwar ist die Gesamtfettzufuhr von Fettsäuren vergleichsweise hoch, doch es werden viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren, Omega-6-Fettsäuren) in einem guten Verhältnis aufgenommen. Manche Forscher glauben, dass die relativ großen Mengen an gesunden Phytochemikalien in der mediterranen Ernährung Entzündungen reduzieren können.

Weiterhin wirkt es sich positiv aus, dass die meisten Lebensmittel aus der Region stammen und daher frisch und der Saison entsprechend zubereitet werden.

40% Erhöhung der Schwangerschaftsraten bei den Paaren, die mediterran essen

Verschiedene Studien belegen den gesundheitsfördernden Effekt der mediterranen Ernährungsweise. Sie wirkt vorbeugend hinsichtlich Herzkreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Krebserkrankungen. In über 200 klinischen Studien aus den letzten fünf Jahren wird die mediterrane Ernährung in einem positiven Zusammenhang erwähnt.

Abgesehen von der gesundheitsfördernden Wirkung hat eine Studie an der Erasmus Universität in Rotterdam beobachtet, dass bei Paaren, die mediterrane Kost aßen, sich die Chance um 40% erhöhte, nach einer IVF-Therapie schwanger zu werden. Die Leiterin der Studie, Dr. Regine P.M. Steegers-Theunissen nimmt an, dass vor allem die Pflanzenfette und das Gemüse eine positive Wirkung ausüben. Die Bohnen und der Spinat scheinen für die Vitamin B – Versorgung bedeutsam zu sein, wie bei der Studie durch Messungen nachgeprüft werden konnte.

Da die Studie eine reine Beobachtungsstudie darstellt, fehlt ihr noch die nötige Beweiskraft, doch liefert sie interessante Informationen. Im Vorfeld der Therapie wurden 161 Paare mit Kinderwunsch ausführlich über ihre Ernährung befragt. Es kristallisierten sich die beiden Ernährungsweisen heraus: streng mediterran (viel Gemüse, Pflanzenfette, Fisch und Bohnen) oder einfach „gesundheitsbewusst“ (Früchte, Gemüse, Vollkorn, wenig Fleisch und Snacks). Und ihre entsprechende Wirkung auf die Behandlung wurde beobachtet.

Da die streng mediterrane Ernährung eine eindeutig höhere Erfolgsrate an Schwangerschaften aufwies als die übliche „gesundheitsbewusste“, haben sich die Autoren der Studie natürlich Gedanken gemacht, woran das liegen könne. Sie vermuten, dass es an den Omega-6 Fettsäuren in den Pflanzenöl-Anteilen liegt, welche in Prostaglandine umgewandelt werden können. Von diesen sagt man, dass sie den Monatszyklus der Frau und die Einnistung günstig beeinflussen. Vielleicht ist die Ursache auch bei der besseren Versorgung mit Vitamin B 6 zu suchen. Jedenfalls gibt es Untersuchungen, die eine Verbesserung der Fruchtbarkeit durch Vitamin B 6 zeigen bzw. durchaus nahelegen.

Also, ich bin von dieser Ernährungsweise ziemlich beeindruckt. Sie mag uns zwar nicht über Nacht „fruchtbar“ machen, doch ihre umfassenden Langzeitwirkungen sind beeindruckend.

Studie zum Weiterlesen: The preconception Mediterranean dietary pattern in couples undergoing in vitro fertilization/intracytoplasmic sperm injection treatment increases the chance of pregnancy.
Vujkovic M, de Vries JH, Lindemans J, Macklon NS, van der Spek PJ, Steegers EA, Steegers-Theunissen RP. Fertil Steril. 2010 Nov;94(6):2096-101.

By | 2018-10-09T16:31:51+00:00 August 23rd, 2016|Tags: , , |

About the Author:

Darja Wagner ist Zellbiologin und Kinderwunschberaterin. Sie forschte am Max-Planck-Institut und an der Freien Universität Berlin. Autorin vom top-bewerteten #1eBook "Schwanger werden nach 35 plus". Darja hilft Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, die Qualität ihrer Eizellen zu verbessern und ihren Körper optimal auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Sie lebt in Berlin-Kreuzberg mit ihrem Mann und zwei Söhnen.

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