Wird Eizellspende in Deutschland bald legal sein? Paleo Mama im Gespräch mit Dr.David Peet

Wird Eizellspende in Deutschland bald legal sein? Im Gespräch mit Dr.David Peet

peet david berlin kinderwunschEigentlich wollte ich mit Dr.David Peet über die Einnistung reden und darüber, warum sie manchmal trotz hervorragender Voraussetzungen nicht stattfindet. Manche Frauen sehen sogar nach Jahren erfolgloser Kinderwunschbehandlungen nie eine Einnistung und nie einen einzigen positiven Schwangerschaftstest. Sie möchten natürlich wissen, woran das liegt und ob man etwas dagegen tun kann.

Dr. Peet hat bei den Kinderwusch-Tagen, die im Februar in Berlin stattgefunden haben, einen Vortrag über dieses Thema gehalten und als ich ihn dort traf, hatte ich eine Liste von Fragen rund um die Implantation.

Aber es ist einfach so, dass sich Dr.Peet genauso gut mit vielen anderen Themen auskennt, und manche davon sind fast noch wichtiger als die Einnistungsstörung.

Seine Praxis für Fertilität war auch dieses Jahr die einzige Kinderwunschpraxis aus dem Großraum Berlin, die bei den Kinderwunsch Tagen vertreten war und somit einigermaßen verhindert hat, dass die Besucher den Eindruck bekommen, schwierige Fälle von unerfülltem Kinderwunsch können nur im Ausland gelöst werden.

Also habe ich die Chance ergriffen, Dr.Peet ein paar Fragen zu einigen brennenden Themen in der reproduktionsmedizinischen Landschaft in Deutschland zu stellen.

DW: Dr.Peet, sind Sie mit der diesjährigen Kinderwunsch-Messe zufrieden?

Dr.Peet: Ich bin sehr zufrieden. Es ist deutlich relaxter als letztes Jahr, da es keine negative Presse gab. Ich wundere mich nur über meine Kollegen in Berlin und Umgebung, die sich weiterhin scheuen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. In Deutschland wird gute Reproduktionsmedizin gemacht und sie braucht sich wirklich nicht zu verstecken.

Vor wenigen Monaten habe ich in der Fachzeitschrift Human Reproduction eine Statistik gesehen, bei der die allgemeinen Schwangerschaftsraten nicht nur in Europa sondern international verglichen worden sind. Ich war sehr positiv überrascht wie gut Deutschland in diesem Vergleich steht.

Und deshalb wundere ich mich, warum kommen diese Zentren nicht und zeigen, was sie anders als die anderen machen? In welchen Nuancen sie sich von den anderen unterscheiden? Manche machen hervorragende Endometriose-Diagnostik; wir z.B. arbeiten eng mit einer Samenbank zusammen. Jedes Zentrum hat seine Stärken und Besonderheiten und es ist wichtig, den Patienten diese zu kommunizieren…

Außerdem ist unser Schwerpunkt eine enge Bindung zwischen Arzt und Patient. Das bedeutet, dass eine Behandlung in der Regel von einem Arzt oder Ärztin durchgeführt wird, was in großen Praxen oft organisatorisch schwierig ist.

Bei uns funktioniert eine Kinderwunschbehandlung so: die Patientin kommt zum Erstgespräch und – wenn sie sich das wünscht, bleibt sie beim gleichen Arzt, von Ultraschall, über Eizellentnahme bis hin zum Embryotransfer und der Nachbetreuung.

Wir sind einer der wenigen Praxen, die ERA benutzen. Der ERA-Test (Endometrial Receptivity Array) ist ein molekulardiagnostischer Test zur Untersuchung der Rezeptivität des Endometriums. Die Rezeptivität der Gebärmutterschleimhaut ist eine wichtige Voraussetzung für die Einnistung des Embryos.

Unser Schwerpunkt ist eine auf den Patienten angepasste Medizin, die sich an seinem Wunsch und seinen Möglichkeiten orientiert.

DW: Auf der Kinderwunsch-Messe sind Kliniken aus vielen Ländern vertreten: Spanien, Ukraine, Tschechien, Türkei und die USA. Sie alle bieten eine Eizellspende an. Dadurch wird es sehr deutlich, dass die Eizellspende in Deutschland nicht erlaubt ist.

Woran liegt es, dass das deutsche Embryonenschutzgesetz nicht gerade Frauenfreundlich ist?

Denn wie könnte man sonst die Situation nennen, in der eine Samenspende erlaubt ist, eine Eizellspende aber nicht? Könnte sich das bald ändern?

Dr.Peet: Dieses Paradox verstehen wir selbst nicht. Offensichtlich reichen die vier Jahre einer Regierung nicht aus, um alle Themen zu Ende zu diskutieren. Oft werden kleinere Änderungen seitens der Reproduktionsmedizin angestoßen, aber dann ist eine Legislaturperiode auch schon zu Ende.

Jetzt sind es deutlich mehr Paare, die aufgrund eines späten Kinderwunsches auf eine Eizellspende angewiesen sind. Das gibt natürlich Hoffnung auf schnellere Veränderungen.

Manchmal braucht es einen heroischen Akt eines einzelnen Menschen, wie wir es vor wenigen Jahren im Fall der Präimplantationsdiagnostik (PID) gesehen haben. Was die Legalisierung oder Teil-Legalisierung der PID in Deutschland betrifft, hat es erst einmal einer Selbstanzeige eines Kollegen bedurft, dass sich die Politik damit beschäftigt hat.

In diesem Fall hat ein einziger Arzt durch eine Selbstanklage, die einen riesen bürokratischen Aufwand und auch Risiken bedeutet, es geschafft, einige Prozesse loszutreten. Vielleicht muss auch etwas Ähnliches geschehen was die Einzelspende angeht.

Es muss kein Arzt sein, vielleicht reicht schon eine Gruppe von Frauen, die sich zusammentun und sagen: warum dürfen wir nicht hier in Deutschland eine Behandlung machen, die weltweit angeboten wird? Warum ist eine Samenspende erlaubt und eine Eizellspende nicht?

DW: Also sieht es nicht so aus, als ob die Lage für Frauen bald besser werden könnte?

Dr.Peet: So wie die Lage jetzt ist, rechne ich nicht damit, dass es innerhalb der nächsten 4-5 Jahre zu einer Legalisierung der Eizellspende in Deutschland kommen wird.

Man kann nur hoffen, dass wenigstens die Beratung und Mitwirkung der deutschen Ärzte erlaubt wird. Denn da können wir den Patienten helfen, indem wir sagen:„Gehen Sie da hin, dort kenne ich einen guten Kollegen.“, oder indem wir einfach unsere Erfahrungen und Gedanken dem Patienten mit auf den Weg geben.

Wir wollen Frauen beraten können; in Deutschland dürfen wir nicht einmal einen Ultraschall z.B. im Vorfeld machen, so dass die Frauen dann nur zu dem verbotenen Akt der Eizellspende selbst ins Ausland fahren müssen.

DW: Ich danke Ihnen für das Gespräch!

 


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By | 2018-09-23T20:29:17+00:00 Juni 9th, 2018|

About the Author:

Darja Wagner ist Zellbiologin und Kinderwunschberaterin. Sie forschte am Max-Planck-Institut und an der Freien Universität Berlin. Autorin vom top-bewerteten #1eBook "Schwanger werden nach 35 plus". Darja hilft Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, die Qualität ihrer Eizellen zu verbessern und ihren Körper optimal auf die Schwangerschaft vorzubereiten. Sie lebt in Berlin-Kreuzberg mit ihrem Mann und zwei Söhnen.

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