Vitamine und Eizellenqualität 2018-10-12T19:02:31+00:00

 

Vitamine zum schwanger werden

Vitamine, um schwanger zu werden?

Wenn es um Vitamine geht, um schwanger zu werden, so gibt es keine Zauberformel. Viele Frauen mit Babywunsch nehmen zusätzlich zu ihrer üblichen Ernährung noch verschiedene Vitamine zu sich.

Ist das notwendig und sinnvoll?

Vitamine zum schwanger werden, gibt es sie wirklich? Schauen wir wieder zurück in die Vergangenheit …

Der Auszug des modernen Menschen aus seiner ursprünglichen Heimat in Afrika vor etwa 100.000 Jahren und seine anschließende Ausbreitung über die ganze Erde passierte vor gerade einmal 5.000 Generationen.

Stellen wir uns also vor, wir geben unserer Mutter die Hand, und sie ihrer Mutter, und so weiter bis zum Ursprung – bis eine ununterbrochene Linie von 5.000 Müttern unsere Abstammung darstellt.

So unterschiedlich alle diese Großmütter gewesen sein mögen und wie verschieden die Herausforderungen, die sie meistern mussten: Jede von ihnen muss mindestens einmal gesund, attraktiv und fruchtbar genug gewesen sein, um den für sie richtigen Partner zur richtigen Zeit zu finden. Mit ihm hat sie mindestens ein gemeinsames Kind zur Welt gebracht, das alt genug wurde, um selbst Mutter einer Tochter zu werden, der sie schließlich alle ihre Gene weitergegeben hat. Jede Frau steht am Ende einer solchen ununterbrochenen Kette.

Wie haben wir uns diese Großmütter vorzustellen?

Hätten sie Tagebücher hinterlassen – was stünde wohl drin? Haben sie erst einmal Karriere gemacht, bevor sie sich entschlossen, ein Kind zu bekommen? Hatten sie ihre Schwangerschaften auch erst für Mitte 30 geplant? Haben Sie Vitaminpräparate zum schneller Schwanger werden genommen? Haben sie während ihrer IVF-Behandlungen für Akkupunktur bezahlt? Welche pränatale Diagnostik nahmen sie in Anspruch?

Aber im Ernst: Auf jeden Fall haben nahezu alle unserer Großmütter viel mehr Zeit im Freien verbracht als wir heute. Ihr Leben spielte sich draußen ab, in direktem Kontakt mit der Natur, die sie auf der Suche nach Nahrung für sich, ihre Kinder und ihre Sippe durchstreiften.

Biochemisch gesprochen war ihr Leben geprägt von einer sehr energiereichen Ernährung mit wenig Zucker und ebenso wenig Backwaren.

Es gab wenig Kontakt zu Umweltgiften. Sie hatten einen deutlich höheren Vitamin-D-Spiegel im Blut (hier ist ein Präparat mit 2000 IE) und ihre Körper waren stark beansprucht, sei es durch die Nahrungsbeschaffung, das Tragen der Kinder oder das Leben und die sozialen Aktivitäten in der Gemeinschaft.

 

Wer keine Vitamine zum Schwanger werden braucht: Tipps von unseren Ur-ur-ur-urgroßmüttern

was essen zum schwanger werden

Foto mit freundlicher Genehmigung von can_xedos4 bei FreeDigitalPhotos.net

Unsere Körper sind solch wundervolle Gebilde.

Eigentlich braucht es schon die Fähigkeiten eines Poeten, ihre ganze Perfektion bei gleichzeitiger Robustheit und Stärke zu feiern.

Geformt wurden sie von den Kräften ihrer Umwelt, ihren Genen und dem Wirken des Zufalls. All das hat sich über Zeiträume hingezogen, deren Länge sich unserer Vorstellungskraft entzieht. Als jemand, der einen Doktor in Biochemie hat und mehr als zehn Jahre in der Vitamin-Forschung verbracht hat muss ich zugeben, dass unsere Körper höchstwahrscheinlich keine zusätzlichen Stoffe von außen brauchen würden, wenn sie nur so funktionieren dürften, wie es von der Evolution vorgesehen ist.

Sie sind so darauf optimiert, alles, was sie benötigen, entweder selbst zu produzieren oder aus der Nahrung zu beziehen, so dass jede Art von „Zufütterung“ von Vitaminen, Phytohormonen oder synthetischen Medikamenten einem gesunden Körper eher schadet als nützt. Wissenschaft und klinische Studien sind sich hier einig: Vitamine in Form von Nahrungsergänzungsmittel sollten eigentlich nur eingenommen werden, wenn ein Mangel vorliegt.

Aber bitte lesen Sie jetzt trotzdem weiter.

Denn nach mehr als zehn Jahren in der Forschung an Vitaminen und Wachstumsfaktoren stellt sich auch für mich die Frage:

Wer ist heutzutage in der privilegierten Lage, keinen Mangel an manchem Vitamin, Mineral oder einer anderen Ernährungskomponente zu haben?

– Wo doch unser Fleisch größtenteils von Tieren stammt, deren Lebensweise besser als Sterbensweise beschrieben wäre?

– Und unser Gemüse oft nie in den Genuss von natürlicher Luft und Sonne gekommen ist?

– Und wir uns gerade noch von einer Handvoll verschiedener Tiere und Pflanzen insgesamt ernähren, von denen viele auch noch genetisch manipuliert sind?

Im Unterschied zu unseren Vorfahren, deren Beute noch Dutzende von Arten ausmachte?

Wir denken, wir ernähren uns bewusst, greifen dabei aber größtenteils auf einige Arten zurück, die es so in der Natur nie gab, da sie erst vor wenigen Jahrzehnten gezüchtet worden sind. Aber was wissen wir überhaupt über die Zusammensetzung der Nahrungsmittel, die unsere Vorfahren erjagten oder fanden, tausende Jahre lang? Und zuletzt: Wer nimmt sich das Recht, uns zu sagen, was richtig oder falsch ist?

Also, wie steht es mit Ihnen?

Wann haben Sie zuletzt Innereien gegessen?

Oder mal ein Glas frisches Knochenmark getrunken?

Von einem wilden Tier aus freier Wildbahn?

Laufen Sie jeden Tag ein paar Kilometer?

Bekommt Ihre Haut genug Sonnenlicht?

Ja?

Dann brauchen Sie auch keine Nahrungszusätze.

Sollten Sie tatsächlich einen solchen Lebensstil haben und auch nicht planen, Ihre Kinder erst jenseits der 30 zu bekommen, hat Ihr Körper höchstwahrscheinlich alles, was er braucht.

Alle anderen Frauen (und das dürften die allermeisten von uns sein), die sich Gedanken über die Steigerung ihrer Fruchtbarkeit machen, sollten sich Folgendes überlegen:

  • Was könnte ich tun, um meinen allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern?
  • Nehme ich genug Folsäure (wie diese hier z.B.)?
  • Nehme ich genug Vitamin D ( hier ein Beispiel mit 5.000 I.E.)?
  • Mit welchem Vitaminpräparat kann ich meine Eizellen am besten unterstützen?
  • Was könnte ich noch tun, um die Qualität meiner restlichen Eizellen verbessern

 

Lesenswerte Bücher (Kinderwunsch und Schwangerschaft):

Kinderwunsch: Natürliche Wege zum Wunschkind (GU Ratgeber)          Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche (GU Einzeltitel)          Gelassen durch die Kinderwunschzeit: Loslassen lernen und empfangen

Referenzen:

  1. Bentov Y, Esfandiari N, Burstein E, Casper RF. The use of mitochondrial nutrients to improve the outcome of infertility treatment in older patients. Fertil Steril. 2010 Jan;93(1):272-5. Epub 2009 Sep 3.
  2. Bentov Y, Yavorska T, Esfandiari N, Jurisicova A, Casper RF. The contribution of mitochondrial function to reproductive aging. J Assist Reprod Genet. 2011 Sep;28(9):773-83. Epub 2011 May 27.
  3. Gleicher N, Barad DH. Dehydroepiandrosterone (DHEA) supplementation in diminished ovarian reserve (DOR). Reprod Biol Endocrinol. 2011 May 17;9:67.
  4. Hammiche F, Vujkovic M, Wijburg W, de Vries JH, Macklon NS, Laven JS, Steegers-Theunissen RP. Increased preconception omega-3 polyunsaturated fatty acid intake improves embryo morphology. Fertil Steril. 2011 Apr;95(5):1820-3. Epub 2010 Dec 3.
  5. Holick MF. Evidence-based D-bate on health benefits of vitamin D revisited. Dermatoendocrinol. 2012 Apr 1;4(2):183-90.
  6. Lerchbaum E, Obermayer-Pietsch B. Vitamin D and fertility: a systematic review. Eur J Endocrinol. 2012 May;166(5):765-78. Epub 2012 Jan 24.
  7. Liu S, Li Y, Gao X, Yan JH, Chen ZJ. Changes in the distribution of mitochondria before and after in vitro maturation of human oocytes and the effect of in vitro maturation on mitochondria distribution. Fertil Steril. 2010 Mar 15;93(5):1550-5. Epub 2009 May 6.
  8. Ozkan S, Jindal S, Greenseid K, Shu J, Zeitlian G, Hickmon C, Pal L. Replete vitamin D stores predict reproductive success following in vitro fertilization. Fertil Steril. 2010 Sep;94(4):1314-9. Epub 2009 Jul 8.
  9. Reinhold Vieth. Why the optimal requirement for Vitamin D3 is probably much higher than what is officially recommended for adults. Journal of Steroid Biochemistry & Molecular Biology 89–90 (2004) 575–579.
  10. Santos TA, El Shourbagy S, St John JC. Mitochondrial content reflects oocyte variability and fertilization outcome. Fertil Steril. 2006 Mar;85(3):584-91.
  11. Seifer DB, DeJesus V, Hubbard K. Mitochondrial deletions in luteinized granulosa cells as a function of age in women undergoing in vitro fertilization. Fertil Steril. 2002 Nov;78(5):1046-8.
  12. Souberbielle JC, Body JJ, Lappe JM, Plebani M, Shoenfeld Y, Wang TJ, Bischoff-Ferrari HA, Cavalier E, Ebeling PR, Fardellone P, Gandini S, Gruson D, Guérin AP, Heickendorff L, Hollis BW, Ish-Shalom S, Jean G, von Landenberg P, Largura A, Olsson T, Pierrot-Deseilligny C, Pilz S, Tincani A, Valcour A, Zittermann A. Vitamin D and musculoskeletal health, cardiovascular disease, autoimmunity and cancer: Recommendations for clinical practice. Autoimmun Rev. 2010 Sep;9(11):709-15.
  13. Wiser A, Gonen O, Ghetler Y, Shavit T, Berkovitz A, Shulman A. Addition of dehydroepiandrosterone (DHEA) for poor-responder patients before and during IVF treatment improves the pregnancy rate: a randomized prospective study. Hum Reprod. 2010 Oct;25(10):2496-500. Epub 2010 Aug 21.