Viele Frauen kennen ihren Zyklus nicht
Welche Abweichung in Zykluslänge ist normal?
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Junge Frauen haben es heutzutage wirklich nicht leicht. Oft sage ich meinen Kindern: Ich bin ehrlich froh, dass ich nicht mehr jung bin.
Ein Großteil des Lebens wird heute in Bildung investiert. Danach kommt der Job, manche machen sogar eine echte Karriere. Und obwohl sie glauben, alles richtig gemacht zu haben, stehen viele mit Mitte 30 oder Anfang 40 da und fragen sich:
Warum habe ich noch keine Kinder?
Warum keinen Partner, der wirklich zu mir steht?
Und nach dem ersten Zyklusmonitoring kommt oft noch die nächste Frage: Wo sind meine Eizellen hin? Warum hat mir niemand beigebracht, dass sie so schnell verschwinden?

Auf meinem Anamnesebogen lese ich oft: Pille genommen von 18 bis 35. Dann die Pille abgesetzt, nur um festzustellen: Der Körper befindet sich bereits in der Perimenopause. Bei manchen ist die Eizellreserve sogar nahezu leer, jedenfalls hat der Körper Schwierigkeiten, den Eisprung zuverlässig zum Laufen zu bringen, und eine natürliche Schwangerschaft wird fast unmöglich.
Das macht mich oft traurig. Denn auch diese Frau hat ihr Leben gelebt, ohne jemals ihren natürlichen Zyklus wirklich zu spüren, sich auf ihr Dasein als Frau einzulassen. Und das ist sehr schade. Bei einer Lebenserwartung von über 80 Jahren ist es für Frauen ein echter Verlust, die wichtigste Phase ihres Lebens – ihr fertility window, nie wirklich kennengelernt zu haben.
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Zyklus – welche Abweichungen sind normal?
Abweichungen im Zyklus sind normal: Plus/minus zwei bis drei Tage sind total ok. Regelmäßige
Verkürzungen im Zyklus, besonders nach 35, sind aber oft ein klares Zeichen der Perimenopause. Hier empfehle ich Zyklusbeobachtung, damit Sie erstmal verstehen, welche Zyklusphase verkürzt ist – wahrscheinlich die erste, follikuläre Phase, besonders wenn Ihr Eisprung tendenziell früher kommt, oft schon an Tag 10–12.
Ein längerer Zyklus kann dagegen auf eine Hormonstörung hindeuten. Wenn er über Jahre etwa 35 Tage dauert, geht es häufig um PCOS. Das alles kann jede Frau mit einfachem Monitoring der Basaltemperatur feststellen – vorausgesetzt, die Pille maskiert den natürlichen Zyklus nicht über Jahre oder Jahrzehnte hinweg.
Schlank und mit PCO? Kommt häufig vor!
Natürlicher Zyklus heute anders als früher?
Unsere weiblichen Vorfahren lebten im Einklang mit der Natur und mit dem Sonnenlicht. Sie bekamen Kinder deutlich früher, hatten dadurch insgesamt viel weniger Perioden im Leben und waren kaum Umweltgiften ausgesetzt.
Gleichzeitig bewegten sie sich mehr, verbrachten deutlich mehr Zeit im Freien, hatten höhere Vitamin-D-Spiegel und ernährten sich mit viel weniger Zucker und modernen Getreideprodukten.
Natürlich bedeutet das nicht, dass früher alles besser war. Aber der weibliche Zyklus von heute findet unter völlig anderen biologischen Bedingungen statt als noch in der Steinzeit und genau das vergessen wir oft.
Zyklus und Eisprung
Wenn Frauen über ihre Periode reden, hört es sich oft an wie eine Krankheit. Im Gespräch bleiben wir meistens bei den negativen Aspekten hängen.
Besonders die Zyklusmitte und die Zeit rund um den Eisprung scheinen für viele Frauen ein Geheimnis zu sein. Nur wenige Frauen haben wirklich Kontrolle über ihren Eisprung. Das ist schade, denn nur in dieser kurzen Zeit im Monat kann eine Frau schwanger werden. Wer seinen Eisprung versteht, versteht auch seinen Zyklus, und kann sein Leben besser planen.
Trotzdem schaffen es viele Frauen ohne teure Geräte, Sensoren oder Temperaturmessungen kaum noch, ihren Eisprung rechtzeitig zu erkennen. Why, frage ich mich immer?
Bei Frauen, die viele Jahre – manchmal Jahrzehnte – mit der Pille verhütet haben, wundert mich das nicht. Denn während der Einnahme der Pille gibt es eigentlich keinen natürlichen Zyklus. Aber was ist mit all den anderen? Warum leben heute so viele junge Frauen komplett abgekoppelt von ihrem natürlichen Zyklus?
Zyklus der Frau: Biologin erklärt Hormonbestimmung
Zyklus nach Absetzen der Pille
Eine Frau, die die Pille nimmt, hat keinen Eisprung.
Sie hat keinen Gelbkörper, der Progesteron freisetzt, und damit auch keinen natürlichen Zyklus. Ihrem Körper wird vorgetäuscht, ständig schwanger zu sein beziehungsweise sich permanent in der zweiten Zyklushälfte zu befinden.
Dieser Zustand wird gelegentlich unterbrochen, indem die Pille für wenige Tage abgesetzt wird, sodass die „Periode“ kommen kann. Eigentlich ist diese Blutung jedoch keine echte Menstruation, sondern eine sogenannte Entzugsblutung.
Durch die Einnahme der Pille wird der Körper der Frau von ihrem natürlichen Zyklus abgekoppelt. Es ist also kein Wunder, dass sich der natürliche Zyklus fremd anfühlt, wenn die Frau ihm irgendwann in der Kinderwunschzeit endlich wieder begegnet.
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Welche Zyklusphasen gibt es?
Der weibliche Zyklus ist etwas ganz Wunderbares, und jeder natürliche Zyklus ist einzigartig. Ehrlich gesagt tut es mir heute fast leid, dass ich selbst erst relativ spät gelernt habe, in der Menstruation auch etwas Positives zu sehen.
Viele Frauen wissen gar nicht, wie unterschiedlich die erste und die zweite Zyklushälfte biologisch sind, und wie klug man dieses Wissen im Alltag nutzen könnte.
Die Zeit zwischen Periode und Eisprung ist oft ein echtes Feuerwerk stimulierender Hormone. Viele Frauen fühlen sich in dieser Phase stärker, klarer und belastbarer. Nach dem Eisprung übernimmt dagegen Progesteron die Führung. Dann möchte der Körper eher Ruhe, Sicherheit und weniger Stress.
Und vielleicht die wichtigste Anpassung für Frauen mit Kinderwunsch: keinen großen Streit mit dem Partner kurz vor dem Eisprung anfangen. Denn der Zyklus dauert zwar etwa 28 Tage, der Eisprung selbst aber nur 12 bis 24 Stunden. Es wäre also wirklich schade, ausgerechnet die fruchtbarsten Stunden des Monats wegen eines Konflikts zu verpassen. Einverstanden?
Wenn Sie mich fragen, gehören Romantik und Nähe eher an den Zyklusanfang, schwierige Gespräche lieber in die zweite Zyklushälfte.
Und genau hier beginnt oft die nächste Frage: Was tun, wenn der Zyklus immer kürzer wird?
Warum passiert das und kann man die zweite Zyklushälfte eigentlich verlängern?
Mehr Infos dazu hier:
- Perimenopause und Zyklus
- Weiblicher Zyklus – ein Hormonselfie
- Neues aus der Forschung: Beginn der Menopause ist zum Teil genetisch vererbt
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