///Warum die vierfache 65-jährige Mutter Annegret R. eine Egomanin sein mag, aber Deutschland ihr ruhig mal danke sagen kann

Warum die vierfache 65-jährige Mutter Annegret R. eine Egomanin sein mag, aber Deutschland ihr ruhig mal danke sagen kann

kinder im späten alter bekommenAuf meinem Blog geht es häufig darum, warum Frauen eher früher als später Mütter werden sollten, und auch darum, was sie tun können, um die Qualität ihrer Eizellen zu verbessern. Also die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet ich und ausgerechnet auf meiner Webseite den Kinderwunsch und die Schwangerschaft einer 65-jährigen Frau in Schutz nehmen würde, war wirklich gering. Sehr gering sogar.

Also, wenn Sie die vergangenen Wochen nicht gerade unter Wasser verbracht haben, haben Sie sicher mitbekommen, dass die Lehrerin Annegret Raunigk in der Berliner Charite Vierlinge zur Welt gebracht hat, oder?

Die Grundschullehrerin hatte bereits 13 Kinder und sieben Enkel, und als ihre jüngste neunjährige Tochter Lelia sich ein Geschwisterchen gewünscht hat, ging ihre Mama ins Ausland, um wieder schwanger zu werden (und das lächerlich altmodische deutsche Embryonenschutzgesetz zu umgehen).

Die künstliche Befruchtung in der Ukraine hat geklappt, die Frau wurde sogar mit Vierlingen schwanger. Der Fall schlug international hohe Wellen und wurde kontrovers diskutiert und hierzulande gab es fast ausschließlich harte Kritik.

Ich sage, Deutschland kann dieser exzentrischen Lehrerin auch mal Danke sagen. Warum ich das meine:

1. Da Fr. Raunigk schon 65 Jahre alt ist, hat sie sich in der Ukraine aus gespendeten Eizellen (und ebenso gespendetem Samen) im Labor gezeugte Embryonen einpflanzen lassen. Also, das wollen wir schon mal festhalten: es wurden keine alten, zur Befruchtung unfähigen Eizellen in fragwürdiger Qualität verwendet, sondern (aus rein biologistischer Sicht) das Premium Material sozusagen, und dazu wurden sie mit fitten, gesunden Samen befruchtet, um die Embryonen entstehen zu lassen. Fragen Sie ruhig – jeder Embryologe wird Ihnen bestätigen, dass das die besten Voraussetzungen sind, damit ein gesunder, lebensfähiger Embryo und später ein gesundes Kind entsteht.
Also hat Fr. Raugnik sich bewusst dafür entschieden, auf eigene Gene, eigenes Blut zu verzichten und durch die Verwendung der gesunden, jungen Eizellen einer Spenderin ihren zukünftigen Kindern eine (mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit) sehr gute Gesundheit zu schenken. Sie selbst hat ihre Rolle dabei auf die eines Inkubators beschränkt und sich damit abgefunden, den Kindern mittels ihrer Gebärmutter “nur” ein gesundes, natürliches Wachstum zu ermöglichen. Also hat Fr.Raunigk sich dazu entschlossen, ihren nicht-genetischen Kindern den eigenen Bauch komplett zur Verfügung zu stellen, und die Strapazen der Geburt und allem, was danach kommt, auszutragen.

Geht es überhaupt noch großzügiger?

Also wenn eine gute Mutter nach ihrer bedingungslosen Hingabe bewertet wird, steht Fr. Lehrerin schon mal ganz vorn.

Und wie schlimm kann es sein, dass in einem Land, wo angeblich Kinderknappheit herrscht, vier gesunde prima Babys zur Welt kommen? Von einer Mutter, die nicht aus einer bildungsfernen Schicht kommt, und in einem Haus, wo haufenweise Geschwister und Lebenserfahrung vorhanden sind?

im späten alter kinder2. Die Neugeborenen der Lehrerin werden von Muttermilch ernährt, die ihnen tröpfchenweise gegeben wird. Also wenn so etwas keine Schlagzeile verdient?! Wie viele junge Mütter verzichten schon bei der ersten Schwierigkeit auf das Stillen, aber Fr.Lehrerin ist sich bewusst, wie wichtig die Muttermilch für die frühe Entwicklung ihrer Kinder ist.

3. Sie hat sich nach dem Kaiserschnitt exzellent erholt und steht ihren Kindern zur Seite, sagt der Direktor der Geburtsmedizin an der Charité. Also noch eine Ohrfeige für die Skeptiker. Ich frage mich, ob ein so früher Kaiserschnitt wirklich hätte sein müssen? Ich hätte Fr.Lehrerin zugetraut, noch viel länger ihre Kinder im Bauch tragen zu lassen. Aber so ist die Medizin heute, fast ein Drittel der Frauen endet am OP-Tisch wegen der natürlichsten Sache der Welt: Geburt.

4. Fr. Raunigk bringt uns zum Nachdenken: wie spät finden wir zu spät, Kinder zu bekommen? Annegret Raunigk ist keine ahnungslose Frau und ihr Kinderwunscharzt war bestimmt auch kein Frankenstein. Das sie zugelassen hat, dass ihr die Ärzte in der Ukraine vier befruchtete Eizellen einsetzen (oder waren es sogar noch mehr?), ist aus medizinischer Sicht auch nicht soooo unlogisch.

In Deutschland werden üblicherweise ein bis zwei Embryonen – befruchtete Eizellen, wie sie vorsichtig genannt werden – im Laufe der IVF eingesetzt. Nach dem 35. Lebensjahr der Frau dürfen dennoch höchstens drei Embryonen transferiert werden, damit am Ende wenigstens ein Kind kommt. Also dass man bei einer 65-Jährigen gleich vier einsetzt, ist keine Frankensteinmedizin, wie es manche in Deutschland gern schildern. Lieber sollte man sich fragen, wie es Fr. Raunigk geschafft hat, eine dermaßen freundliche Gebärmutter zu haben, und dazu noch im hohen Alter? Was hat ihre Gebärmutterschleimhaut, was vielen unfruchtbaren Frauen fehlt? Was können wir von Fr.Lehrerin in Sachen Steigerung der Fruchtbarkeit lernen?

5. Fr.Raunigk bricht manche Tabus und das ist gut so. Wo andere Eltern ihren Kinderwunsch heimlich im Ausland mit Eizellspenden, Leihmüttern oder halblegalen Adoptionen verwirklichen, machte sie die Umstände ihrer Schwangerschaft öffentlich. Durch ihren merkwürdigen Fall wurde vieles auf den Kopf gestellt. Es wurde deutlich, wie viele Dinge in Sachen Reproduktionsmedizin schiefgehen.

Die alten Denkweisen zu ändern ist selbstverständlich unbequem. Gerade deshalb kommt der Fall von Fr.Raunigk gerade rechtzeitig – Deutschland muss wirklich umdenken, bevor die IVF-Industrie zu groß zum Kontrollieren wird. Deshalb auch hier ein ganz großes Dankeschön an die mutige Lehrerin.

nicht zu spät kinder bekommenDie harten Fakten zusammenfasst:

1. In Deutschland, wo es so wenige und immer weniger Kinder von Jahr zu Jahr gibt, sind vier Babies zur Welt gekommen, die aus jungen, gesunden Keimzellen entstanden sind.

2. In Berlin, wo sie auf vielversprechende materiellen und sozialen Umstände hoffen dürfen.

3. Von einer Mutter, die zwar schon alt ist, aber dafür gesorgt hat, dass die Kinder im Falle ihres Todes von 13 Geschwistern umgeben sind (wobei der Tod nicht bald zu erwarten ist -Kinder verlängern die Lebenserwartung).

Also es gibt wirklich traurigere Lebensumstände zum Großwerden als die, die die Kinder von Fr.Raugnick erwarten. Und ich bin ganz stolz, als Erste öffentlich sagen zu dürfen, danke, liebe Fr.Raugnik, dass Sie so viele Menschen in Deutschland zum Nachdenken gebracht haben! Hoffentlich sehen wir uns bald auf einem der schönen neuen Spielplätze hier in Berlin! Das Gleisdreieck kann ich nur wärmstens empfehlen!

 

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2017-10-17T05:53:41+00:00 June 10th, 2015|Tags: , , |

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