Frauenarzt vs. Kinderwunschklinik: Unterschiede

kinderwunschartzt oder frauenarzt

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Wenn ich mit Leserinnen meines Blogs rede, bekommeich oft den Eindruck, dass sie mit ihren Frauenärzten oft unzufrieden sind.

Wenn Sie über 35 sind und einen starken Kinderwunsch haben, gibt es in der Tat vieles, was beim Gynäkologen schiefgehen kann, bzw. unausgesprochen bleibt und nicht untersucht wird.

Oft werden Fragen zur Familienplanung zu spät und nur nebenbei angesprochen. Auch andere unangenehme Themen wie Probleme beim Geschlechtsverkehr oder Verdacht auf Hormonstörungen werden gern vergessen. Darüber hinaus werden Dinge wie Schilddrüsenstörungen von Frauenärzten oft überbewertet und unnötig therapiert, während wahre Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches oft in den Hintergrund geraten.

Wenn Sie bereits über 35 sind haben Sie für diese Geschichten einfach keine Zeit und sollten wissen, ab welchem Punkt Sie selbst handeln müssen.

Um zu vermeiden, dass Sie unnötig Zeit beim Frauenarzt verlieren und zu spät in die Kinderwunschpraxis kommen (und auch um zu vermeiden, dass Sie zu früh in Panik geraten und sich in Kinderwunschbehandlung begeben, wenn es auf natürlichem Wege doch noch hätte klappen können!), habe ich eine Liste mit Fragen zusammengestellt, die Sie mit Ihrem Frauenarzt beim nächsten Besuch klären können:

1. Haben Sie in letzter Zeit öfters einen unregelmäßigen Zyklus gehabt?

Sprechen Sie Ihren Frauenarzt unbedingt darauf an. Diese Beschwerde kann unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen kann sie auf eine Infektion hindeuten; zum anderen kann es sich um eine Hormonstörung handeln oder sogar auf eine frühzeitige Menopause hinweisen (wenn die Periode ganz ausbleibt). Falls Sie einen dringenden Kinderwunsch haben, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Zyklus (Länge, Ovulation, Menstruation) beim nächsten Arztbesuch ansprechen.

gynäkologe oder kinderwunscharzt

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2. Plötzliche Veränderungen am Körper

Wenn Sie Veränderungen am Körper bemerken, z.B. fühlen Sie sich öfter als sonst schlapp, müde, können nicht durchschlafen, Ihr Geruchssinn ist verändert usw., lassen Sie Ihren Frauenarzt das wissen.

Es kann sich um eine banale Hormonstörung handeln (1-2 unregelmäßige Zyklen im Jahr sind für jede Frau normal!), es kann aber auch darauf hindeuten, dass Sie sich in sogenannter Perimenopause befinden. Das heißt, Ihre biologische Uhr beschleunigt sich, die Eizellreserve ist gesunken, und es ist Zeit, dass Sie sich mit Ihrem Kinderwunsch unmittelbar auseinandersetzen.

Hier dürfte der Arzt auf die Idee kommen, Ihren FSH-Wert überprüfen zu lassen (das wird am 2.-5. Zyklustag gemacht), und falls dieser schlecht ausfällt, sollte er Sie ohne zu zögern zum Kinderwunscharzt überweisen. An diesem Punkt scheitern viele – oft warten die Frauen nämlich zu lang, bis sie zu einer Kinderwunschklinik überwiesen werden.

3. Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr

Kommt es zu Blutungen während oder nach dem Geschlechtsverkehr sollten Sie es Ihrem Frauenarzt unbedingt sagen! Blut kann ein Zeichen für Infektionen, Endometriose und diverse andere Krankheiten sein und wirklich keine von denen macht das Schwangerwerden einfacher. Also vergessen Sie nicht, dieses wichtige Detail Ihrem Arzt gegenüber zu erwähnen!

4. Über 35 und mit Kinderwunsch? Lassen Sie Ihren AMH-Wert unbedingt messen!

Der AMH-Wert sagt etwas darüber aus, ob Ihre Eierstöcke noch aktiv sind und wie viele Eizellen Ihnen noch zur Verfügung stehen. Er sagt leider nicht viel über die Qualität dieser Eizellen aus aber daran lässt sich ja arbeiten.

Außerdem brauchen Sie noch den FSH-Wert, um aus der Kombination dieser beiden Parameter Ihre Eizellreserve möglichst genau einschätzen zu können. Während Sie AMH an jedem Zyklustag messen können, eignen sich für die FSH-Bestimmung nur die ersten 2-5 Zyklustage. Das heißt, wenn Sie am Zyklusanfang zum Frauenarzt gehen, können Sie mit einem Bluttest beide Werte messen lassen. Diese Leistung werden Sie wahrscheinlich selbst zahlen müssen (es handelt sich um etwa 50€).

Betrachten Sie diesen Betrag als eine sinnvolle Investition in Ihre zukünftige Familie.

Denken Sie rechtzeitig daran, Folio Forte 800µg zu nehmen und auch die alten Impfungen auffrischen zu lassen. Und vielleicht das wichtigste: Warten Sie nicht zu lang, um den Sprung vom Frauenartzt in die Kinderwunschpraxis zu machen (vor allem wenn Sie länger als 6 Monate fleißig üben, keinen Eisprung verpassen und trotzdem nicht schwanger werden). Kinderwunschärzte haben einfach andere Budgets und andere technische Möglichkeiten, um Zyklusmonitoring vorzunehmen und Ihnen zu helfen.

Viel Glück!

 

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