Stimulation IVF

Es gibt Abkürzungen (Foto mit Genehmigung von Shutterstock)

Spätestens wenn Sie Medikamente für eine Stimulation kaufen und damit oft 1000 Euro oder mehr auf einmal bezahlen müssen (man zahlt ja immer die ganze Summe selbst und erst später wird mit der Krankenkasse abgerechnet), wird Ihnen klar, wie viel Glück die Paare hatten, die im eigenen Bett schwanger wurden.

Also, Medikamente für IVF und ICSI sind echt teuer.

Lohnt es sich, die Preise in verschiedenen Apotheken zu vergleichen? Eine Bekannte von mir war davon überzeugt, sie könnte ihre Medikamente nur in einer bestimmten Apotheke kaufen, weil sie die Empfehlung für diese von ihrer Arztpraxis bekam (normalerweise geben die Ärzte keine Empfehlungen für Apotheken und sonstige Dienstleister, dürfen aber unter bestimmten Voraussetzungen dies tun). Sie dürfen frei entscheiden, wo Sie Ihre Rezepte einlösen. Wahrscheinlich  spüren Sie aber, dass Ihnen gewisse Informationen noch fehlen, um eine Entscheidung überhaupt treffen zu können.  Also, in der Apotheke an der Ecke kaufen oder aus der Versandapotheke bestellen? Stimmt es, was viele behaupten, dass manche EU-Länder (Frankreich, Belgien, Luxemburg) billigere Medikamente haben? Wenn ja, unter welchen Umständen lohnt sich für Sie ein solcher Schritt? Und was sagt die Krankenkasse dazu? Als Teil der Recherche für diesen Artikel, habe ich bei drei bestbewerteten Versandapotheken aus dem Stiftung Warentest 2014 angerufen. Mit allen habe ich mich sehr gut unterhalten und wirklich viel dazugelernt. Zum Beispiel (relevant für beide: Versand- und Eck-Apotheken):

  1. Es gibt so etwas wie Re-Importe: dies sind genau die gleichen Stimulations-Medikamente mit genau den gleichen Wirkstoffen, nur das sie erst einmal ins Ausland exportiert wurden. Danach wurden die Medikamente nach Deutschland zurückgebracht, dürfen aber bei uns zum ausländischen Preisen, d.h. viel billiger verkauft werden. Die Medikamentenschachteln waren sozusagen auf Reisen und manchmal ist  immer noch ein fremdes Etikett darauf. Fragen Sie am besten Ihren Arzt, was er in Ihrem konkreten Fall von dieser Möglichkeit hält.
  2. Da Versandapotheken mit lokalen Apotheken um die Kundschaft werben, sparen sie meistens nicht an Gutscheinen und kostenlosen Proben, manchmal kann man sie sogar aus einer Liste von 15 angebotenen Produkten selbst aussuchen.
  3. Preise für rezeptpflichtige Medikamente sind in Deutschland überall gleich, also viel zu vergleichen und Apotheken offline und online abklappern bringt nichts. Preise für nicht-rezeptpflichtige Medikamente können dagegen stark abweichen, da jede lokale und Versandapotheke die Möglichkeit hat, diese individuell festzulegen. Also da lohnt sich ein Vergleich auf jeden Fall, auf Portalen wie z.B. www.medizinfuchs.de.
  4. Vielleicht haben Sie schon festgestellt, dass viele ausländische Versandapotheken billigere Medikamente von Originalherstellern anbieten. Aber bevor Sie sich entscheiden, auf diese Weise viel Geld zu sparen, sollten Sie sich bewusst machen, dass Import von rezeptpflichtigen Medikamenten nach Deutschland theoretisch nicht erlaubt ist (mit wenigen Ausnahmen wie Schweden, Island und Großbritannien). Interessanterweise werden die Kosten von manchen im Ausland hergestellten Medikamenten von den Krankenkassen doch oft übernommen (für IVF Selbstzahler ist das eine sehr gute Möglichkeit, dazu werde ich bald einen ganzen Artikel widmen). Also wenn Sie so etwas in Betracht ziehen, sprechen Sie auf jeden Fall erst einmal mit Ihrer Krankenkasse darüber und lassen Sie sich die Entscheidung schriftlich geben.

Alles Gute auf Ihrem Weg zum Baby!

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Herzlichst,

Darja