Italienische Küche macht nicht nur schlanker sonder auch fruchtbarer

Sie wissen ja schon, dass ich ein großer Fan von mediterraner Ernährung bin.

Darüber habe ich auf meinem Blog viel und oft geschrieben. Immer wieder schaue ich nach neuen Studien zu diesem Thema, die die mediterrane Kost mit verbesserter Eizell- und Embryoqualität sowie generell höheren Schwangerschaftsraten in Verbindung bringen.

was essen schwanger werdenEpidemiologische Studien zeigten schon vor vielen Jahren, dass Menschen im Mittelmeerraum, die sich mediterran ernähren, seltener Alzheimer bekommen.

Und nicht nur das: laut dieser randomisierten Studie in JAMA Internal Medicine, konnte die Mittelmeerdiät die Zahl von Brustkrebserkrankungen senken.

Auch die PREDIMED Studie hat die Ernährungsgewohnheiten von über 4000 Frauen im Alter von 60-80 Jahren ausgewertet und fand heraus, dass die Teilnehmerinnen, die zum Anfang der Studie eine Ernährungsberatung im Sinne der mediterranen Diät bekommen und eingehalten haben, ihr Risiko für diverse Erkrankungen innerhalb relativ kurzer Zeit senken konnten (hier können Sie mehr darüber lesen).

Worauf waren die Unterschiede in der Ernährung der Teilnehmerinnen zurückzuführen?

Auf 1) eine Flasche Olivenöl pro Woche und 2) täglich 30 g Nüsse, die den Studienteilnehmerinnen zur Verfügung gestellt wurden. Nicht ganz wenig, aber auch nicht unmöglich in der Kinderwunsch-Zeit einzuhalten, finde ich.

Und jetzt etwas, was für Sie noch relevanter ist: neuerdings fand ich eine Publikation, die über die Anfangsphase einer großen klinischen Studie mit 18-41-jährigen Frauen mit Kinderwunsch berichtet.
Wie Sie im BMC Womens Health nachlesen können, haben sich ein paar britische Forscher 2014 Gedanken gemacht, welche Konsequenzen die vorkonzeptionelle Ernährung (d.h., was Frauen essen, bevor sie schwanger werden), auf die früheembryonale Entwicklung haben könnte. Dabei wollen sie ganz konkret auf die Art von Fett achten, die sich am positivsten auf die Schwangerschaftsraten auswirkt.

Um das herauszufinden, wollen sie hunderte von Frauen zwischen 18 und 41 Jahren in zwei Gruppen unterteilen: die erste wird einfach mediterran essen und dabei ausschließlich Olivenöl beim Kochen verwenden, sechs Wochen lang (was ich persönlich für relativ kurz halte). Außerdem wird diese Gruppe jeden Tag extra Vitamin D (10µg)und Omega-3 (2 Gramm) bekommen.

Die zweite Gruppe wird ganz normal Sonnenblumenöl bzw. diverse andere industriellhergestellte Öle verwenden, und auch keine Ergänzung mit Vitamin D und Omega-3 bekommen. Nach knapp zwei Monaten werden die Forscher schauen, in welcher Gruppe Frauen häufiger schwanger werden konnten bzw.aus welchen Eizellen sich gesündere und robustere Embryonen gebildet haben.

Klinische Studien wie diese stellen ein neues Konzept dar und zeigen, in welche Richtung sich die Reproduktionsmedizin bewegt: auf sanftere Methoden setzen, ganzheitlich denken, Ernährungsgewohnheiten anpassen, um zu besseren Eizellen zu kommen.

In der Zwischenzeit meldeten sich australische Forscher 2016 in diesem Artikel hier zu Worte. Auch sie wollten untersuchen, wie sich die Ernährung der Frauen darauf auswirkt, wie schnell sie schwanger werden.

In einer kleineren Studie mit nur 46 vollschlanken Frauen stellten sie fest, dass eine erhöhte Einnahme von Omega Fettsäuren insgesamt zur besseren Schwangerschaftsraten führt. Es werden also weitere Experimente gemacht werden müssen, um zu klären, welche Rolle Omega-3- und -6 Status dabei spielen.

 


 

(In Zusammenarbeit mit PharmaNord)

Vereinfacht gesagt werden Omega-6 zu entzündungsfördernden, und Omega-3-Fettsäuren zu entzündungshemmenden Stoffen umgewandelt.

Deshalb kann ein Ungleichgewicht zwischen Omega-3– und -6-Fettsäuren in der Ernährung zur Entwicklung zahlreicher Erkrankungen beitragen.

Folgt man den Vorgaben der Natur, sollten Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren im Verhältnis von 2:1 bis 5:1 aufgenommen werden. In der Muttermilch liegt es sogar bei 2:1 bis 1:1. 

Auch vor der Zeit von Massentierhaltung und industrieller Nahrungsmittelproduktion – als die Fettaufnahme nur über Fleisch, Fisch und einige Gemüsesorten möglich war – lag das Verhältnis bei ungefähr 2:1.

omega-3, schwangerschaftLaut Empfehlung der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) sollten zwischen 0,5 und 1,5 Gramm Omega-3 aufgenommen werden. Diese Empfehlung bezieht sich auf die hochwirksamen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.

Wenn Sie nicht dazu kommen, mehrmals pro Woche Fisch, Leinöl usw. zu essen, sollten Sie über eine zusätzliche Supplementierung mit Omega-3 nachdenken. Ein gutes Präparat finden Sie hier


 

Jedenfalls ist es sicher, dass die Ernährung der Frauen, bevor sie schwanger werden, weitreichende Konsequenzen auf die Entstehung und auch spätere Gesundheit ihrer Kinder hat.

So wie die Dinge aussehen, könnte sich noch zeigen, dass die beste Zeit, in die Gesundheit unserer Kinder zu investieren, in den Monaten und Jahren vor ihrer Zeugung liegt.

Zum Schluss wollte ich eigentlich für Sie noch ein paar Rezepte als Inspiration zusammenstellen, schon heute Abend etwas Mediterranes zu kochen. Aber da ich keine gute Köchin bin, käme ich mir lächerlich vor, wenn ich auf meinem Blog mit Kochrezepten jetzt anfangen würde. Ich weiß aber, das Ernährungsumstellungen meistens daran scheitern, dass wir schon beim Einkaufen nicht auf Ideen kommen, was wir anders machen sollen bzw.welche neuen Zutaten wir kombinieren können.

Also: Bei der Mittelmeerdiät stehen immer viel Gemüse und Obst auf dem Einkaufszettel.

Außerdem: Hülsenfrüchte, kaltgepresstes Olivenöl, frische Kräuter, Knoblauch, und Rotwein.

Gegessen wird noch: Pasta (nicht viel), Brot (noch weniger), wenig Fleisch, aber 2-3 Mal pro Woche Fisch oder Meeresfrüchte.

Wichtig beim mediterranen essen: sich Zeit zum Essen nehmen.

 

2017-11-16T10:21:09+00:00 November 27th, 2017|Tags: , , |

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